Was schreibt Ellen White über...

Adventistische Schriften über: "Wie sollte sich der Adventist im Kriegsfall verhalten? Sollte er zu den Waffen greifen und wie ein Heide „für sein Vaterland kämpfen“?!"

Antwort

Adventisten sehen die Beteiligung an kriegerischen Handlungen und das Greifen zur Waffe als Widerspruch zu den Grundsätzen ihres Glaubens, da das Gebot „Du sollst nicht töten“ sowie Jesu Aufruf zur Feindesliebe für Christen maßgebend sind. Im regulären Armeedienst entstünde ein fortwährender Gewissenskonflikt, da Offiziersbefehle mit Gottes Gesetz und der Sabbatheiligung kollidieren würden. Wenn Gläubige zum Wehrdienst herangezogen werden, sollen sie sich dem Staat gegenüber friedlich und gesetzestreu verhalten, jedoch auf rechtmäßigem Weg den Status als waffenloser Dienstleistender (Nichtkombattant) anstreben.

Kriegsdienst steht im Widerspruch zu den Glaubensprinzipien

»Ich sah, dass es in jedem Fall unsere Pflicht ist, den Gesetzen unseres Landes zu gehorchen, es sei denn, sie stehen im Widerspruch zu dem höheren Gesetz, das Gott mit vernehmbarer Stimme vom Sinai sprach und danach mit Seinem eigenen Finger auf Stein eingravierte. […] Mir wurde gezeigt, dass Gottes Volk, das Sein besonderer Schatz ist, sich nicht an diesem verwirrenden Krieg beteiligen kann, denn er steht im Widerspruch zu jedem Grundsatz ihres Glaubens. In der Armee können sie der Wahrheit nicht gehorchen und gleichzeitig den Anforderungen ihrer Offiziere nachkommen. Es gäbe eine ständige Verletzung des Gewissens. […] Wenn die Forderungen der Herrschenden jedoch so geartet sind, dass sie mit den Gesetzen Gottes in Konflikt geraten, ist die einzige zu klärende Frage: Sollen wir Gott mehr gehorchen oder den Menschen?«

Haltung der Adventisten und das Anstreben des waffenlosen Dienstes

»Die Spalten der Review and Herald aus dieser Zeit zeigen, dass die Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten […] im Allgemeinen Gründe wie die Schwierigkeit, den Sabbat zu halten, die Pflicht, den Feind zu lieben, anstatt ihn zu töten, und die Schwierigkeit, unter bestimmten Armee-Bedingungen ein heiliges Leben zu führen, anführte. Aber die Review and Herald gab auch klare, besonnene Ratschläge gegen jeden, der daran dachte, sich der Einberufung zu widersetzen. Die Siebenten-Tags-Adventisten wurden angewiesen, sich ihr friedlich zu fügen, wenn die Einberufung sie traf, und sich dann auf gesetzlichem Weg um den Status eines Nichtkombattanten zu bemühen. Es ist […] offensichtlich, dass Frau White den Krieg im Wesentlichen im selben Sinne als ‚im Widerspruch zu jedem Grundsatz‘ des adventistischen Glaubens betrachtete, wie es gewissenhafte Nichtkombattanten heute tun.«

Christen kämpfen nicht mit fleischlichen Waffen

»Kämpfen gehört nicht zum Christen. Christi Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn es so wäre, dann würden seine Untertanen kämpfen. Unsere Waffen sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen. Wir sollen unsere Feinde lieben, die segnen, die uns verfluchen, und denen Gutes tun, die uns verachten. […] Wir wünschen sehnlichst, dass unsere Geschwister keine fleischlichen Waffen führen. Es bedeutet nicht, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, wenn man Mordwaffen benutzt, um das Leben seines Nächsten zu vernichten; und wer dies tut, bricht das Gebot Gottes: DU SOLLST NICHT TÖTEN. […] Was hat ein Jünger des Friedefürsten mit fleischlichen Waffen zu tun?«

Niemandem Gewalt antun und das Gebot Christi achten

»Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Das Reich des Kaisers ist von der Welt; seine Untertanen sind ebenfalls von der Welt. Das Reich Christi ist nicht von der Welt; und auch seine Diener sind nicht von der Welt. […] Nationale Kriegsführung ist Gewalt und Plünderung, und Soldaten, die ihren Offizieren gehorchen, müssen Gewalt anwenden. […] Johannes sagte: „Tut niemandem Gewalt an.“ […] Wenn diese Soldaten Buße taten und Diener Christi wurden, konnten sie nicht länger Herodes' Kriegsleute sein […]. Als der Heiland verhaftet wurde, zog Petrus ein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters. „Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen.“«

Originalquellen (Englisch)

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Stephan Krol

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