Was schreibt Ellen White über...
Adventistische Schriften über: "Was hatten die Milleriten bei der ersten Berechnung der vermeintlichen Wiederkunft Christi übersehen? Hatten sie übersehen, dass die Juden einen anderen Kalender verwendeten, in dem das religiöse Jahr mit dem Laubhüttenfest im Monat Tischri endete?"
Antwort
Die Milleriten hatten bei ihrer ersten Berechnung übersehen, dass der Erlass des Artaxerxes im Jahr 457 v. Chr. erst im Herbst in Kraft trat, weshalb die 2300 Tage nicht im Frühjahr, sondern erst im Herbst 1844 enden konnten. Zudem bezog sich der Fehler nicht auf ein Ende des religiösen Jahres beim Laubhüttenfest, sondern auf den tatsächlichen Startpunkt im Herbst sowie ein Missverständnis bezüglich des Ereignisses selbst, da das Ende der Zeitspanne die Reinigung des himmlischen Heiligtums (das Untersuchungsgericht) und nicht unmittelbar die Wiederkunft Christi betraf.
Der Frühlingsirrtum und der tatsächliche Beginn im Herbst
»Das Jahr 1843 wurde jedoch so angesehen, als erstrecke es sich bis zum Frühjahr 1844. Der Grund dafür ist kurz gesagt folgender: In alter Zeit begann das Jahr nicht mitten im Winter wie heute, sondern beim ersten Neumond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Da die Periode von 2300 Tagen in einem nach der alten Methode gerechneten Jahr begann, hielt man es für notwendig, dieser Methode bis zu ihrem Ende zu folgen. Daher wurde gerechnet, dass 1843 im Frühjahr und nicht im Winter endete. Aber die 2300 Tage können nicht vom Anfang des Jahres 457 v. Chr. an gerechnet werden; denn der Erlass des Artaxerxes – welcher der Ausgangspunkt ist – trat erst im Herbst jenes Jahres in Kraft. Folglich müssen sich die 2300 Tage, die im Herbst 457 v. Chr. beginnen, bis zum Herbst 1844 n. Chr. erstrecken. Da diese Tatsache von Herrn Miller und seinen Mitarbeitern zuerst nicht erkannt wurde, hielten sie nach dem Kommen Christi im Jahr 1843 oder im Frühjahr 1844 Ausschau; daher die erste Enttäuschung und die scheinbare Verzögerung.«
Das Missverständnis über den Endzeitpunkt und das Ereignis
»Miller und seine Mitarbeiter glaubten anfangs, dass die 2300 Tage im Frühjahr 1844 enden würden, während die Prophetie auf den Herbst jenes Jahres hinweist. Das Missverständnis dieses Punktes brachte denen, die das frühere Datum als die Zeit des Kommens des Herrn festgelegt hatten, Enttäuschung und Verwirrung. Aber dies beeinträchtigte nicht im Geringsten die Kraft des Arguments, welches zeigte, dass die 2300 Tage im Jahr 1844 endeten und dass das durch die Reinigung des Heiligtums dargestellte große Ereignis dann stattfinden musste.«
Das Missverständnis hinsichtlich des vorhergesagten Ereignisses
»So wie die Jünger sich hinsichtlich des Reiches irren, das am Ende der siebzig Wochen aufgerichtet werden sollte, so irrten sich die Adventisten hinsichtlich des Ereignisses, das am Ablauf der 2300 Tage stattfinden sollte. In beiden Fällen gab es eine Annahme oder vielmehr ein Festhalten an populären Irrtümern, die den Geist für die Wahrheit blendeten. Beide Gruppen erfüllten den Willen Gottes bei der Übermittlung der Botschaft, die Er verkündigt haben wollte, und beide litten durch ihr eigenes Missverständnis ihrer Botschaft Enttäuschung.«
Originalquellen (Englisch)
Stephan Krol
Gruender von EGW Vision
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