Was schreibt EGW über...
Ellen Gould White über: "Gefahren des mechanischen Lernens ohne Charakterbildung"
Antwort
Bildung, die sich rein auf das Gedächtnistraining beschränkt, schwächt die Fähigkeit zu eigenständigem Denken und Urteilen, wodurch Lernende anfällig für Täuschungen und bloße Traditionen werden. Wenn die intellektuelle Kultur über die moralische Erziehung gestellt wird, fehlt es den Schülern an moralischer Kraft und individueller Verantwortung. Ein solches mechanisches Lernen führt zu einer oberflächlichen Charakterbildung, die der Person in den praktischen Herausforderungen des Lebens keinen tragfähigen Halt bietet.
Gefahren einseitiger intellektueller Ausbildung
Die Erziehung, die im Training des Gedächtnisses besteht und dazu neigt, unabhängiges Denken zu entmutigen, hat eine moralische Auswirkung, die zu wenig geschätzt wird. Indem der Schüler die Kraft opfert, selbst zu denken und zu urteilen, wird er unfähig, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden, und wird zu einer leichten Beute für Täuschung. Er wird leicht dazu verleitet, Traditionen und Bräuchen zu folgen.
Jede Bemühung, die intellektuelle Kultur über die moralische Ausbildung stellt, ist fehlgeleitet. Die Unterweisung, Kultivierung, Formung und Veredelung der Jugend und Kinder sollte das Hauptanliegen sowohl von Eltern als auch von Lehrern sein. Gründliche Denker und logische Köpfe gibt es nur wenige, weil falsche Einflüsse die Entwicklung des Verstandes gehemmt haben.
Ein Kind kann so trainiert werden, dass es, wie ein Tier, keinen eigenen Willen mehr hat. Sogar seine Individualität kann in der Person aufgehen, die seine Ausbildung beaufsichtigt... Kinder, die so erzogen werden, werden immer einen Mangel an moralischer Energie und individueller Verantwortung aufweisen. Man hat sie nicht gelehrt, aus Vernunft und Prinzipien heraus zu handeln.
Das Gedächtnis wurde bis zum Äußersten beansprucht, während die anderen geistigen Kräfte nicht entsprechend entwickelt wurden. Schüler haben ihre Zeit damit verbracht, den Geist mit Wissen vollzustopfen, von dem nur sehr wenig genutzt werden konnte. Der so mit Unverdaulichem belastete Geist wird geschwächt; er wird unfähig zu kraftvoller, eigenständiger Anstrengung und begnügt sich damit, vom Urteil und der Wahrnehmung anderer abhängig zu sein.
Ein Fehler wird begangen, wenn die Formung des Herzens oder die Festigung von Prinzipien vernachlässigt wird, während man versucht, intellektuelle Kultur zu sichern, oder wenn ewige Interessen im eifrigen Verlangen nach zeitlichem Vorteil übersehen werden.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem fast alles oberflächlich ist. Es gibt nur wenig Stabilität und Festigkeit des Charakters, weil die Ausbildung und Erziehung der Kinder von der Wiege an oberflächlich ist. Ihre Charaktere sind auf gleitendem Sand gebaut. Selbstverleugnung und Selbstbeherrschung wurden nicht in ihren Charakter eingeformt.
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